Menü

Geschichten über das Schloss

Wer Wind sät
Die Bischöfe des Bistums Zeitz,zu dem auch Crossen gehörte,waren in auffällig hohem Maße an der Unterstützung von Kriegen beteiligt,und so nicht gerade immer förderlich für die Untertanen,die Grafen und Junker samt deren Schlössern und Burgen. So hat auch die Burg Crossen,wie der Ort selbst,Brandschatzungen und Zerstörungen in Folge erlitten. Unter dem Bischof Hugo II. (991-1002),dem ersten urkundlich und mit Namen bekannten Besitzer von Crossen,brach der dritte große Slawenkrieg aus. Einer Verfeindung mit dem Markgrafen Deto von Wettin,folgte dessen Einfall mit einem großen böhmischen Heer in das Stift,bei großen Verwüstungen. Unter dem Bischof Eberhard ( 1046-1078 )war der Krieg gegen Rudolph von Schwaben, Ursache für viel Leid in der Gegend.
Unter dem Bischof Johann II. von Schleinitz ( 1422-1434 ) folgte dem Wind,welchen sein Vorgänger mit seiner Zustimmung zum Verbrennen des Reformers Hus auf dem Konzil zu Konstanz ,säte, der Sturm der Hussiten auf das Stift. Diese verheerten dieses auf grausamste Weise zur Vergeltung. Auch die Burg und der Ort Crossen wurden am 24.Juli 1430 fast völlig zerstört. Mord und Raub inklusive. Alles wurde abgebrannt. Wer nicht fliehen konnte,starb in den Flammen. Das,was Jan Hus im Konzil zugedacht wurde,ward nun zur Form der grausamen Rache im Glaubenskrieg. Danach nicht mehr glauben mussten -wie immer - die Armen,die Alten,die Frauen, die Kinder und die Kranken,da sie daran glauben mussten.
Als im Jahr 1685 von den Kurfürsten August von Sachsen das Amt Crossen dem Hauptmann Wolf Ernst von Wolframsdorf auf Lebenszeit in Lehen gegeben wurde,war die Burg wohl noch immer mehr eine Ruine, denn eine Burg. Denn der dem gesäten Wind folgende Sturm,hatte diese wie das Land arg beschädigt. Des Nachdenkens werte Geschichten,da nicht nur Geschichte Der 1445 folgende Krieg zwischen dem Kurfürsten Friedrich gegen seinen Bruder Wilhelm zerstörte erneut das mühsam bis dahin wieder Aufgebaute.

Alles in den Schatten stellte jedoch der Dreißigjährige Krieg,welcher von 1613 bis 1648 dauerte.Die Chronik von Crossen vermerkt dazu : „Aller Zusammenhang und Ordnung lösten sich auf,das Gefühl für Ehre, für Pflicht und Nächstenliebe erlosch. Durch Hunger und Not entstanden Bettelei, Vagabundage und Räuberbanden“, (Seite 99,oben). Die „Ellbogen-Gesellschaft“ erblickte also schon zu dieser Zeit das Licht der Welt. Ähnlichkeiten sind, wie es scheint, nicht rein zufällig. Mordkomplott gegen die Familie der von Wolframsdorf. Es waren drei üble Gesellen,welche in dem viereckigen Turm (!) der Burg ob ihrer Straftaten im Land einsaßen.Einer davon diente dereinst dem Herrn Ernst von Wolframsdorf auf der Burg als Torwächter. Wegen Diebstahl und Unzuverlässigkeit entlassen,sann er mit den Kumpanen auf tödliche Rache. Schmuck,Geld und Werte sollten, nachdem sie nach der Beseitigung des Ernst von Wolframsdorf auch die Frauen der Familie auf der Burg vom Leben in den Tod beförderten,ihnen ein leichtes Leben bringen. Die Ortskenntnis des ehemaligen Torwächters verhalf ihnen zum Ausbruch aus dem Verlies und zu Verstecken in dem Areal der Burg. Die Werkzeuge für die Morde hatten sie in der Burgküche gestohlen. Sie beobachteten die Gewohnheiten des Herrn von Wolframsdorf, welcher nach seinem Ausritt stets die Stallung der Pferde zu kontrollieren pflegte. Dabei wollten sie ihn,sobald er den Stall betrat,zu Boden werfen und erstechen,danach die Frauen in ihren Gemächern umbringen und deren Schmuck,das Silber,Zinngeschirr sowie alles Geld rauben. Der Umstand,dass von Wolframsdorf einmal nicht den üblichen Weg nach seinem Ausritt zu seinen Pferden ging,rettete ihm das Leben,........... zum ersten Mal. Seine zeitweise Abwesenheit von der Burg sollte zur Ermordung seiner Frau,deren Cousine und der Töchter in den Nachtstunden genutzt werden. Dank der auch zu später Stunde noch fleißigen Mägde in der Burg,gelang dies jedoch in zwei Nächten nicht. Noch zweimal versuchten die drei Kumpane dann,den Junker außerhalb seiner Burg zu ermorden. Sie hatten Wege und Zeit der Ausritte erkundet. Aber eimal ritt das Opfer zu schnell und zum anderen Mal kam der Herr von Wolframsdorf nicht. Alle Missetäter entgingen,gefangen nach über 16 Morden im Land, neben sehr vielen Diebstählen,ihrer gerechten Strafe durch das Hochnotpeinliche Halsgericht nicht,welches am 10.März 1619 auf dem Markt in Crossen unter der großen Linde tagte. Sie endeten am gleichen Tag,unter sehr großer Anteilnahme der Bevölkerung,am Galgen.Das Morden,das Brandschatzen und das Rauben aber ging weiter, wurde aber nicht gerichtet,da es sich „Dreißigjähriger Krieg“ nannte und dessen Anstifter und Anführer samt und sonders aus „hohen Häusern“ stammten.Die Geschichten um die Geschichte zu Schloss und Ort wären jedoch sehr unvollkommen,würde man vergessen,dass nach jedem „Kehraus“ eine „ Erholungspause“,zur Sicherung der neuen Kriegskosten folgte. Durch dem Wiederaufbau des Landes durch seine Bevölkerung wurden dazu die Voraussetzungen geschaffen..Diese „Pause“ zählte nach dem Dreißigjährigen Krieg nur knapp 50 Jahre. Dann fiel Karl XII.,der König von Schweden,zum Krieg gegen die Polen und die Chursachsen in das Land ein. Seit dem Herbst 1706 hatte Crossen fast ohne Unterbrechung unter schwedischer „Einquartierung“ zu leiden, welche sich fast ausschließlich auf dem Schloss und im neu erbauten herrschaftlichen Gasthof nieder gelassen hatten. Und.... auf Anderer Kosten lebte es sich schon damals nicht schlecht. Die „Kampferfahrung“ aus dem vorangegangenen Dreißigjährigen Krieg im Erpressen der „Gastgeber“, kam den Schweden dabei sehr zu statten. Den Crossenern und der Herrschaft vom Schloss dafür aber weit,weit weniger. Soweit, bis ganz und gar Nichts mehr. Eine neue Pause zur Bezahlung eines neuen Waffenganges war also nötig. Das gleiche Ziel,das gleiche Maß: Knapp 50 Jahre durfte auch in Crossen dazu wieder voll geschafft werden. Der alte Fritz begann 1756 gegen Österreichs Habsburger und so auch mit deren verbündetem Sachsen den
                                                       „Siebenjährigen Krieg“.
Friedrich II.- der Große
Das hieß: Hohe Kosten = hoher Tribut. Da kannte des Königs Generalquartiermeister,der Generalleutnant von Schenkendorf, keine Gnade.Auch
Bittgesuche der Gemeinde Crossen halfen nur sehr wenig bis überhaupt nicht. Sieben Jahre dauerte dieser Krieg,welcher fand erst 1763 sein Ende fand. Vorübergehend,versteht sich. Die neue Pause zur Wiederherstellung der Voraussetzungen für einen weiteren Krieg,belief sich wiederum auf über 40 Jahre. Im Jahr 1806 zog es Napoleon I. Gen Osten und so durch Deutschland. In Thüringen gedachten ihn die Preußen, mit den ihnen nun wieder verbündeten Sachsen, aufzuhalten. Es begannen wieder Einquartierungen, Abgaben gemäß Auflagen in Geld und Naturalien,an Knechten, Pferden und Besitz an die jeweils anwesenden „Akteure“.Erst waren dies die Preußen Es kam die Schlacht von Jena,und mit der Niederlage kamen die siegreichen Franzosen,welche nun den Besiegten ihrerseits die Rechnung präsentierten,denn besiegt werden ist auch nicht umsonst.Wie auch der Marsch nach Moskau für Napoleon I. nicht für umsonst zu haben war, wohl aber selbst völlig umsonst war. Die „Rückreise“ aus Moskau war kein Gloria. Garde-Standarte Kaiser Napoleon I. Die Sachsen hatten sich wieder eimal mehr mit wehenden Fahnen den zu gen Osten ziehenden Franzosen gewendet.Zur Belohnung vom Kaiser der Franzosen ,Napoleon I.,wurde der Sachsen Kurfürst zum König erhöht. Wie viele von des neuen Königs, nach dem Versuch den Russen französisch zu lehren, ihr Sachsen je wiedergesehen haben ist nicht überliefert. Viel werden es nicht gewesen sein,sind doch,von den insgesamt 60000 der Verbündeten Napoleons, nur ganze 1000 Waffenfähige zurück gekehrt. Nach dieser getanen Vorarbeit,erhob sich Preußen.Die Sachsen wendeten sich einmal mehr ,dieses Mal mit wehenden Fahnen zu der deutschen Armee und das,ohne ihren „neuen“ König zu fragen. Verbündet mit den Russen,den Österreichern und den Preußen schlugen diese Verbündeten 1813 in der Schlacht bei Leipzig vernichtend Napoleons-Armee .Der zig-tausend Füßler der alliierten Armee zog nun umgekehrt von Ost nach West.Wie ein Lindwurm,der alles frisst was er auf seinem Weg nur