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Aktuelles zum Schloss

15.05.2017 Die erste Begehung nach dem Kauf

An diesem Tag trafen sich alle interessierten Mitglieder unseres Fördervereins zu einer ersten Begehung  des Schlosses.
Herr Bernd als Bürgermeister von Crossen und Dr. Maruschki führten die Interessierten durch die schier endlosen Gänge, Räume, Sääle und Gewölbe.
Durch die mannigfaltigen bei den Teilnehmern der Exkursion vorhandenen persönlichen Beziehungen zum Schloss gestalteten sich die 2 Stunden als sehr interessant und informativ. Alle Teilnehmer waren von den ersten, wenn auch sicher subjektiven Impressionen, positiv beeindruckt.
Jetzt sind alle Vereinsmitglieder gefordert, um zeitnah Ideen zum Nutzungskonzept zu entwickeln.

03.03.2017/mdr

Nach dem Kauf von Schloss Crossen durch Bad Köstritz will die Stadt zeitnah wieder Leben in die Gemäuer bringen.

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24.02.2017

Wir finden 20 Jahre ohne Leben sind genug! Wir wollen nicht mehr nur hoffen

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 - wir möchten das Schicksal unseres Schlosses selbst in die Hand nehmen.
Nach Bekanntwerden der Versteigerung war die Angst und die Gefahr groß, dass das Schloss erneut in die Hände von Spekulanten fällt und damit erneut für die nächsten Jahre bzw. Jahrzehnte ohne Leben und Investitionen bleibt. Das hätte verheerende Konsequenzen für unser Schloss. Insbesondere die Bausubstanz würde weiterhin in einem hohen Maße leiden und ein großflächiger Zerfall wäre kaum noch aufzuhalten. Auch konkrete Kaufabsichten von Extremisten wollten wir unbedingt abwehren. Deshalb wollte unsere Gemeinde und der Verein "Freunde und Förderer des Schlosses Crossen" eine Alternativlösung finden, um die Versteigerung, mit der die genannten Risiken verbunden gewesen wären, abzuwenden. Da unsere Gemeinde bekanntlich finanziell nicht ansatzweise in der Lage ist, ein solches Vorhaben umzusetzen, musste eine andere Lösung gefunden werden.
Die letzten Wochen waren ein einziger Kampf und ein Wettlauf gegen die Zeit, der von unzähligen Gesprächen und der ständigen Suche nach Problemlösungen geprägt war. Letztlich ist es uns nun gelungen, eine kommunale Lösung für unser Schloss zu finden und ein breites Bündnis für den Erhalt des Schlosses aufzubauen. Die tragenden Säulen werden dabei die Stadt Bad Köstritz, das Land Thüringen, unsere Gemeinde und der Verein "Freunde und Förderer des Schlosses Crossen" einnehmen. Nur gemeinsam können wir es schaffen, unser Schloss, das Wahrzeichen unserer Gemeinde, vor dem baulichen und kulturellen Verfall zu retten. Immer mit dem Ziel vor Augen den Bürgern endlich wieder den Zugang zum Schloss zu ermöglichen.
Die Stadt Bad Köstritz hat in seiner Stadtratssitzung vom 22.02.17 den Beschluss gefasst, unser Schloss zu kaufen und hat damit den wichtigsten Meilenstein für unser Projekt gesetzt.
Welche Rolle unsere Gemeinde dabei einnimmt? Wir haben in unserer Gemeinderatssitzung am 23.02.17 einer Zweckvereinbarung mit Bad Köstritz zugestimmt, mit der wir uns verpflichten gemeinsam mit Bad Köstritz das "Projekt Schloss Crossen" umzusetzen. Nach dieser Vereinbarung müssen wir derzeit "lediglich" Zeit, Ideen und Engagement in Form von ideellen, sozialen, politischen und kulturellen Beiträgen in das gemeinsame Vorhaben investieren. Wie wir finden, ein sehr überschaubarer Einsatz, insbesondere im Hinblick auf die vielen Vorteile und die einzigartige Chance. Wir finden, unsere finanzielle Lage kann nicht dazu führen, dass wir uns zurücklehnen, uns auf diesem Argument ausruhen und derartige Möglichkeiten nicht nutzen! Unser Schloss ist schlichtweg zu schade, um es weiterhin im Verborgenen zu halten.
Durch die kommunale Lösung können wir auf eine maximale Förderung auf Landes-, Bundes- und Europaebene hoffen. So hat das Land Thüringen bereits die Zusage gemacht, die Sanierungskosten in großen Teilen zu fördern. Die aktuelle Landesregierung hat die Versäumnisse im Rahmen der Versteigerung vor 10 Jahren deutlich erkannt und hat großes Interesse das Schloss als Kulturgut zu erhalten.
Dass wir eine solche (finanzielle) Lösung erreicht haben, ist ein großer Erfolg für unsere Gemeinde.
Unser Dank gilt insbesondere dem Köstritzer Bürgermeister und seinem Stadtrat für ihren Mut und das Vertrauen in unseren gemeinsamen Weg.
Alle Beteiligten sehen in dem Erwerb des Schlosses eine kulturelle, touristische und gastronomische Chance für unsere gesamte Region. Das Schloss soll endlich wieder die Ausstrahlungswirkung erhalten, die es verdient hat.
Auch wenn wir die Vorbehalte der umliegenden Bürgermeister verstehen können, finden wir es schade, dass sie dieses Projekt so negativ bewerten, ohne sich mit den Akteuren über die konkreten Pläne unterhalten zu haben. Mit der stets geforderten Augenhöhe hat das wenig zu tun. Jede Gemeinde wird bei Fusionsverhandlungen (sofern sie an den Verhandlungen teilnehmen möchte) ihre gewünschten Projekte deutlich machen können und jede Gemeinde soll/wird letztlich etwas vom "Kuchen abbekommen". Wobei wir persönlich finden, dass wir endlich anfangen müssen, uns als gesamte Region zu verstehen und unser Denken nicht am Ortsausgangsschild aufhören sollte.
Der Kauf des Schlosses kann und wird natürlich nur der erste Schritt sein. Jetzt gilt es gemeinsam ganz konkrete Pläne zu entwickeln bzw. zu beraten, inwieweit eine Investorenlösung in Betracht kommt. Jeder Bürger und jede Bürgerin kann sich in diesen Prozess mit Ideen, Vorschlägen und Meinungen jederzeit gern einbringen.
Wir persönlich können den Moment kaum erwarten, in dem das Schlosstor wieder aufgeschlossen wird, der Schlosssaal endlich wieder von Menschen betreten werden kann und diese die einmalige Atmosphäre in unserem Schloss wieder spüren können.

Uwe Berndt

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23.02.2017

Der Stadtrat in Bad Köstritz hat gestern den Kauf des Schlosses Crossen beschlossen.

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360 500 Euro will die Kommune im benachbarten Landkreis Greiz für den Kauf aufbringen. Damit soll einem drohenden Verkauf der denkmalgeschützten und stark sanierungsbedürftigen Immobilie an Reichsbürger oder die NPD zuvorgekommen werden. Crossen selbst könne sich den Kauf nicht leisten, sagt Bürgermeister Uwe Berndt (Linke), wohl aber Bad Köstritz, versichert dessen Bürgermeister Dietrich Heiland (CDU).

Am 4. März soll das Schloss versteigert werden. Nachdem es die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen vor etwa zehn Jahren verkauft hatte, gehört es derzeit zwei Iren. Es gebe starke Anzeichen dafür, dass Vertreter der nationalistischen Szene, das Schloss erwerben wollen, sagt Uwe Berndt. Deshalb wolle die Kommune das Schloss durch Kauf noch vor der Versteigerung sichern.

Zur Betreibung des Schlosses wollen beide Kommunen eine Zweckvereinbarung treffen, diese bedarf der Zustimmung durch dir Kommunalaufsicht. Ein Nutzungskonzept gibt es bislang nicht. Aber Ideen: etwa für die Veranstaltungen des Heinrich-Schütz-Hauses.

Der Investitionsbedarf liegt bei zehn bis zwölf Millionen Euro. Die Bürgermeister Berndt und Heiland verweisen auf Fördermittelzusagen vom Land. Die anstehenden Kosten sorgen für hohe Wellen in den Nachbargemeinden im Elstertal. Käme es zur Bildung einer Landgemeinde, hätten die anderen Mitglieder an den Folgekosten des Schlosserwerbs zu tragen.

OTZ/Angelika Munteanu

Weitere Infos als PDF-Datei   

 

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19.11.2014/OTZ

Auf den Spuren der Schlossherrin von Crossen

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Wer durch Crossen oder an Crossen vorbei fährt, kommt an einem Blick auf das Schloss nicht umhin. Die barocke Schlossanlage steht seit den 1990er-Jahren leer und wurde in den vergangenen Jahren - wenn überhaupt - nur sporadisch genutzt.

Die heutige Anlage des Schlosses Crossen stammt aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts. Vom Teich in der Ortsmitte aus zeigt das Barockensemble sich von seiner Schokoladenseite. Foto: Julia Schäfer

Crossen. Das Gebäudeensemble stammt aus dem Beginn des 18."Jahrhunderts. Glanzstück sind die Illusionsmalereien im Festsaal. Die Familie von Flemming war für rund 200 Jahre im Besitz des Schlosses, in denen es aber selten bewohnt war.

Wolfgang Maruschky vom Verein der Freunde und Förderer des Schlosses Crossen. Foto: Julia Schäfer Wolfgang Maruschky vom Verein der Freunde und Förderer des Schlosses Crossen.


Foto: Julia Schäfer

Seit rund eineinhalb Jahren versucht der Verein der Freunde und Förderer des Schlosses Crossen, sich nun für den Erhalt und eine neue Nutzung der historischen Gebäude einzusetzen. Ein aktueller Termin für die Vereinsmitglieder um Wolfgang Maruschky steht im Januar auf der Agenda. Am 3. und 4. Januar wird der 90. Todestag der letzten Schlossherrin Elisabeth von Heyking begangen. Die Schriftstellerin, eine geborene von Flemming, war die letzte, die bis zu ihrem Tod 1925 dort wohnte. Ihr Ehemann Edmund war Gesandter des Deutschen Reichs unter anderem in China, Indien und Mexiko, von wo Elisabeth allerhand Kunstgegenstände mitbrachte und worüber sie in ihren Büchern schrieb.

Historisches Porträt von Elisabeth von Heyking. Archivfoto: Ute Rückert Historisches Porträt von Elisabeth von Heyking. Archivfoto: Ute Rückert

Dazu hat Maruschky den Historiker und Politikwissenschaftler Herward Sieberg eingeladen, der am Sonnabend, 3. Januar, einen Vortrag halten wird. Sie-berg ist Autor des Buchs "Elisabeth von Heyking: Ein romanhaftes Leben". Außer diesem Vortrag sind eine Ausstellung und weitere Programmpunkte im Klubhaus Crossen geplant. Wer zur Ausstellung etwas beisteuern kann, wird gebeten, sich bei Maruschky unter der Telefonnummer (0172) 3677780 zu melden und die Exponate als Leihgabe zur Verfügung zu stellen.

Am Sonntag, 4. Januar, sind ein Gottesdienst und eine Wanderung zum Gedenkstein am Mühlberg geplant. Das genaue Programm steht noch nicht fest, es soll aber in den nächsten zwei Wochen veröffentlicht werden.

Maruschky hat einen großen Teil Heykings Bücher gelesen und findet die Beschreibungen aus fernen Ländern nicht nur historisch interessant. Sie habe eine feine Beobachtungsgabe gehabt, was das damalige Leben in Indien, China oder Mexiko anbelangt, findet er.

Im Schloss, das momentan für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, sind keine Möbel, Teppiche oder ähnliches mehr vorhanden, die Elisabeth von Heyking aus China, Mexiko, Indien und den anderen Einsatzorten ihres Mannes mitgebracht hatte. Das sei alles 1925 versteigert worden, erklärt Maruschky. Der Zustand des Schlosses sei momentan nicht besonders gut, aber so, dass alles noch "revitalisierbar" sei.

"Das Schloss ist wichtig für die Region und ein wichtiges Kunst- und Kulturgut", schätzt Maruschky ein. Der ehemalige Geschäftsführer von Silbitz Guss hat aber auch persönliche Bindungen an das Barock­ensemble: Er ist im Schloss zur Schule gegangen und seine Vorfahren, die Tischler waren, haben dort viel hergestellt.

Das Ziel seines Vereins ist der Erhalt des Schlosses. Die Mitglieder wollen möglichen Investoren einen Weg bahnen, um eine Nutzung für die Gebäude zu finden. "Ziel ist nicht, das Schloss zu kaufen. Erst muss ein Investor her, der Geld und ein Konzept hat", sagt Maruschky. Ein weiteres Ziel sei es, das Erbe zu pflegen, wie jetzt mit der Veranstaltung zum 90. Todestag von Elisabeth von Heyking.

Julia Schäfer / 19.11.14 / OTZ

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12.03.2014/OTZ

Neuer Verein setzt sich für Schloss Crossen ein

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Vor ein paar Monaten hat der Verein "Freunde und Förderer des Schlosses Crossen" seine Arbeit aufgenommen. Hauptziel ist es, Investoren für das teils marode Gebäude zu finden.

Crossen. Hoch über der Elstergemeinde, weithin sichtbar, thront das Schloss von Crossen. Doch was aus der Ferne majestätisch aussieht, beginnt bei näherem Hinschauen ordentlich zu bröckeln. Seit 1991 stehen die Gebäude leer - und verfallen. Das wollen die "Freunde und Förderer des Schlosses Crossen" nicht so ohne Weiteres geschehen lassen. Seit ein paar Monaten steht der Verein im Vereinsregister, zählt derzeit 16"Mit­glieder. "Unser Ziel ist es, die Historie und die Tradition des Schlosses fortzuführen", sagt Wolfgang Maruschky, Vorsitzender des Vereins. Dabei wolle man aber nicht als Geldgeber, sondern vielmehr als Mittler und Katalysator für mögliche Investoren agieren. "Wir wollen sie dabei unterstützen, hier sesshaft zu werden." Orientiert werden soll darauf, im Schloss wieder eine Bildungseinrichtung samt Internat unterzubringen. 1953 wurde im Schloss das Institut für Lehrerfortbildung gegründet, das bis 1991 existierte. Mit den derzei­tigen Eigentümern herrsche Einigkeit: "Die wollen so schnell wie möglich verkaufen", so Maruschky. Die Bedingungen seien klar und akzeptabel, zwei Interessenten habe es auch schon gegeben, die dann aber doch wieder abgesprungen waren. Im Rahmen seiner Möglichkeiten will der Verein das Schloss der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen. Führungen und Veranstaltungen im Schloss oder über das Schloss und seine Geschichte seien denkbar. Vorhandene Dokumente sollen gesammelt und aufbereitet werden, gerne auch mit Hilfe von Zeitzeugen. Auch eine Internetpräsenz ist derzeit im Aufbau. Das Schloss wurde 955 erstmalig erwähnt. Nach 1700 wurde es zum Barockschloss umgebaut, zu dieser Zeit wurde auch der Festsaal errichtet. Der Vorhof zum Schloss wird von zwei Kavalierhäuschen, einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude zur damaligen Unterbringung der Bediensteten, Garagen und einem Internatsgebäude aus den 60er Jahren eingefasst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus erst Umsiedlerauffanglager, bevor das Institut für Lehrerfortbildung hier einzog. Der Turm und ein Teil der ­Dächer wurden nach Angaben der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Ende der 90er Jahre saniert. Sanierungsbedarf besteht im Erd- und im ersten Obergeschoss. Außerdem müssten alle Ver- und Entsorgungssysteme erneuert werden. Das Schloss verfügt aber über eine Gasheizung, die den gesamten Komplex mit Wärme und Warm­wasser versorgen kann. Die Kavalierhäuschen und die Wirtschaftsgebäude haben ebenfalls dringenden Modernisierungsbedarf. Hingegen könnten die Internatsräume sofort genutzt werden, da sie laut LEG in einem baulich und statisch ­gutem Zustand sind. "Wir suchen natürlich nach weiteren Mitgliedern", sagt Wolfgang Maruschky. Die müssten auch keine großen Geldsummen als "Mitgift" mitbringen. "Wir suchen Leute, die Interesse am Schloss haben und die etwas bewegen möchten", so der Vereinsvorsitzende. Das Crossener Schloss dürfe nicht aus dem öffentlichen Blickfeld verschwinden, denn es gehöre zum Elstertal und zu Ostthüringen. "Außerdem könnte ein Neuanfang im Schloss zum Motor für die gesamte Region werden", ist Maruschky überzeugt. Wer Kontakt sucht, kann sich an den "Freunde & Förderer e.V.", Nöben 3, in Crossen wenden, Tel.: (0172) 367"77"80. @ Mehr Infos zum Verein auch im Internet unter: www.schloss-crossen.de

Susann Grunert / 12.03.14 / OTZ

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01.07.2008 Kleine Anfrage

Thüringer Landtag - 4. Wahlperiode Drucksache 4/4278

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THÜRINGER LANDTAG 4. Wahlperiode
K l e i n e A n f r a g e der Abgeordneten Huster und Kuschel (DIE LINKE) und A n t w o r t des Thüringer Finanzministeriums Verkauf des Schlosses Crossen durch die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH Die Kleine Anfrage 2406 vom 15. Mai 2008 hat folgenden Wortlaut: Das Schloss Crossen war von 1990 bis zu dessen Verkauf im Besitz der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG). Während dieser Zeit sollen mehr als zwei Millionen Euro aus Mitteln des Landes in die Unterhaltung und Instandsetzung investiert worden sein.

Das Schloss sollte bereits im November 2006 zu einem Preis von mindestens 850 000 Euro verkauft werden, obwohl der Verkehrswert auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt wurde. Der angestrebte Verkauf scheiterte, weil voraussichtlich weitere 15 Millionen Euro als Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen investiert werden müssten. Im Juni 2007 soll das Schloss zu einem Preis von 205 000 Euro von der Hurlson GmbH ersteigert worden sein. Die LEG soll zum damaligen Zeitpunkt nicht auf die Vorlage eines Nutzungskonzeptes durch potentielle Käufer bestanden haben. Von einem Vorkaufsrecht soll die Gemeinde Crossen aus Geldmangel keinen Gebrauch gemacht haben. Die neuen Eigentümer bieten zwischenzeitlich das Schloss zum Verkauf an und streben dabei einen zu realisierenden Verkaufspreis von 950 000 Euro an. Der unverzügliche Weiterverkauf des Schlosses soll dadurch ermöglicht worden sein, dass die LEG auf Nutzungs- oder Weiterveräußerungsklauseln im Vertrag verzichtet haben soll. Die gegenwärtigen Eigentümer sollen die bisherige Nutzung des Schlosses auch für öffentliche Zwecke unterbunden haben.

Wir fragen die Landesregierung:
1. Mit welcher ursprünglichen Zielstellung ist das Schloss Crossen in den Besitz der LEG übergeben worden?
Inwieweit konnte diese ursprüngliche Zielstellung bis zum Zeitpunkt der Veräußerung realisiert werden und wie begründet die Landesregierung mögliche Abweichungen?

2. In welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt hatte die LEG für welche Maßnahmen mit welcher Zielstellung Investitionen am Schloss Crossen durchgeführt? Inwieweit sind dabei Landesmittel aus welchen Fördermittelprogrammen bzw. Haushaltstiteln zum Einsatz gekommen?

3. Welchen Verkehrswert hatte das Schloss Crossen zum Zeitpunkt der Veräußerung? Zu welchem Preis ist das Schloss Crossen zu welchem Zeitpunkt an welchen neuen Eigentümer veräußert worden? Aus welchen Gründen weichen dabei ggf. der ermittelte Verkehrswert und der tatsächliche Verkaufserlös voneinander ab?

4. Inwieweit besteht nach gegenwärtigem Stand der Erkenntnisse der Landesregierung ein Rückforderungsanspruch der bisher aus Landesmitteln bereitgestellten Fördermittel, die die LEG gemäß derAntwort auf Frage 2 erhalten hat, sollte der Verkaufserlös des Schlosses gemäßAntwort auf Frage 3 unterhalb der bereitgestellten Summe aus Landesfördermitteln liegen? Wie begründet die Landesregierung ihre Auffassung?

5. Welche Nutzungskonzepte mussten potentielle Erwerber des Schlosses Crossen gegenüber der LEG im Vorfeld der Veräußerung vorlegen? Welche Kriterien wurden dabei durch die LEG maßgeblich geprüft, um eine Bieterauswahl vornehmen zu können? Aus welchen Gründen wurde ggf. auf die Vorlage eines Nutzungskonzeptes verzichtet und wie bewertet die Landesregierung diesen Verzicht durch die LEG?

6. Welche Auflagen und sonstigen Bestimmungen insbesondere zur Nutzung, Unterhaltung und der weiteren Veräußerung des Schlosses Crossen wurden zwischen der LEG und dem neuen Eigentümer vertraglich geregelt und wie werden diese vertraglichen Regelungen durchgesetzt? Weshalb wurde ggf. durch die LEG auf derartige vertragliche Auflagen und sonstige Bestimmungen verzichtet und wie bewertet die Landesregierung diesen Verzicht durch die LEG?

7. Welche Auflagen oder sonstigen Bestimmungen zum öffentlichen Zugang des Schlosses wurden zwischen der LEG und dem neuen Eigentümer vertraglich geregelt und wie werden diese vertraglichen Regelungen durchgesetzt? Weshalb wurde ggf. durch die LEG auf derartige vertragliche Auflagen und sonstige Bestimmungen verzichtet und wie bewertet die Landesregierung diesen Verzicht durch die LEG?

8. Inwieweit besteht nach Auffassung der Landesregierung die Möglichkeit, dass die Gemeinde Crossen oder Dritte das Schloss mit Hilfe des Landes erwerben können, damit das Schloss künftig wieder einer öffentlichen Nutzung im Interesse der Allgemeinheit zugeführt werden kann? Wie begründet die Landesregierung ihre Auffassung?

Das Schloss sollte bereits im November 2006 zu einem Preis von mindestens 850 000 Euro verkauft werden obwohl der Verkehrswert auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt wurde

9. Juli 2008 Antwort auf die kleine Anfrage
Das Thüringer Finanzministerium hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben vom 30. Juni 2008 wie folgt beantwortet: Das Schloss Crossen und weitere 330 Liegenschaften sind mit dem Ziel der Verwertung mit Zustimmung des Thüringer Landtags vom 19. Dezember 1996 (Drucksachen 2/1508 und 2/1552) an die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) veräußert worden. Nach dem Kaufvertrag vom 27. Dezember 1996
zwischen dem Freistaat Thüringen und der LEG hat sich diese verpflichtet, Burgen und Schlösser unabhängig von der Höhe des Wertes nur mit Zustimmung des Haushalts- und Finanzausschusses des Thüringer Landtags zu verkaufen.

Im März 2003 wurde bei einer unterstellten Nutzung als Wohn-, Büro- und Hotelstandort eingeschätzt, dass für Schloss Crossen ein Verkaufserlös von 2 480 000 Euro erzielt werden könnte. Die fast zehn Jahre laufenden Veräußerungsbemühungen der LEG haben aber gezeigt, dass das Schloss mit der Auflage einer Nutzungskonzeption und unter Berücksichtigung der erheblichen Sanierungs- und Modernisierungsaufwendungen am Markt nicht veräußerbar ist. Da der LEG keine weiteren Mittel für eine Sanierung zur Verfügung standen, hat sie vorgeschlagen, Schloss Crossen über eine Grundstücksauktion zu veräußern.

Der Haushalts- und Finanzausschuss hat in seiner Sitzung am 5. Oktober 2006 der mit Vorlage 4/1095
vorgeschlagenen Veräußerung des Schlosses im Wege einer Auktion zu einem Auktionslimit von 850 000
Euro einstimmig zugestimmt. In der am 24. November 2006 durchgeführten Auktion sowie einer 2-monatigen Nachauktionsfrist wurden keine Gebote abgegeben.

Die LEG hat im Dezember 2006 im Rahmen einer Portfolioanalyse die Verwertungsfähigkeit der vom Freistaat 1996 erworbenen Liegenschaften überprüfen lassen. Für das Schloss Crossen wurde dabei ein Marktwert von 200 000 Euro ermittelt. Auf dieser Grundlage wurde der Haushalts- und Finanzausschuss mit Vorlage 4/1533 um Zustimmung zur Veräußerung des Schlosses im Wege einer Auktion zu einem Auktionslimit von 200 000 Euro gebeten. Der Ausschuss hat in seiner Sitzung am 31. Mai 2007 mehrheitlich in diese Veräußerung eingewilligt.

In der Auktion am 23. Juni 2007 ist Schloss Crossen zu einem Preis von 205 000 Euro verkauft worden. Die Mitglieder des Haushalts- und Finanzausschusses wurden in der Sitzung vom 5. Juli 2007 über den Verkauf unterrichtet.
Nunmehr wird das Schloss zum Preis 950 000 Euro zum Verkauf angeboten. Ob und zu welchem Preis die Veräußerung tatsächlich realisiert wird, bleibt ebenso abzuwarten wie gegebenenfalls die dann weitere Nutzung.

Dies vorausgeschickt, beantworte ich die Kleine Anfrage 2406 im Namen der Landesregierung wie folgt:

Zu 1.: Das Schloss Crossen ist mit dem Ziel der Verwertung an die LEG verkauft worden (vgl. Drucksachen 2/1508 und 2/1552). Mit dem Verkauf ist diese Zielstellung erreicht worden.
Zu 2.: Die Mitglieder des Haushalts- und Finanzausschusses sind in der Sitzung vom 5. Juli 2007 über die Höhe, die Zeiträume und die Maßnahmen der von der LEG durchgeführten Investitionen unterrichtet worden.
Der Schlossturm und das Dach des Hauptschlosses waren in der Bausubstanz stark geschädigt und unter anderem durch Schwammbefall bereits teilweise vom Einsturz bedroht. Eindringende Feuchtigkeit führte zu Schäden im 1. Obergeschoss und im Festsaal. Die LEG musste die erforderlichen Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen wie folgt veranlassen: - Sanierung und Instandsetzung des Schlossturms des Dachtragwerkes, Neueindeckung des Daches in den Jahren 1998 bis 2003; Gesamtinvestitionssumme 2 490 000 Euro (Zuschüsse von der Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 63 962 Euro, von der Gesellschaft für Arbeit und Wirtschaftsförderung in Höhe von 143 056 Euro und aus Mitteln der Denkmalpflege in Höhe von 10 255 Euro); - Einbau einer Gasheizzentrale im Jahr 1998; der Einbau war wegen des Ablaufs der Ausnahmegenehmigung für den Betrieb der alten Kohleheizung erforderlich; Gesamtkosten 144 000 Euro; hierfür hat die LEG keine Zuschüsse von Dritten erhalten; - Notsicherung des Kavalierhauses im Jahr 2004 mit Gesamtkosten von 37 200 Euro (Zuschüsse von der Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 11 100 Euro und von der Gesellschaft für Arbeit und Wirtschaftsförderung in Höhe von 17 320 Euro).
Zu 3.: Zum Marktwert und zum Veräußerungserlös wird auf die Eingangsbemerkungen verwiesen. Das Schloss ist am 23. Juni 2007 an die in der Kleinen Anfrage genannte Hurlson GmbH verkauft worden. Die Abweichung des Verkaufserlöses zum Buchwert ergibt sich aus dem Auktionsverhalten der Bieter.
Zu 4.: Der Verkaufserlös liegt über den ausgereichten Fördermitteln des Freistaats.
Zu 5.: Im Rahmen von Grundstücksauktionen ist es nicht möglich, eine Bieterauswahl zu treffen oder von potentiellen Kaufinteressenten Nutzungskonzepte einzufordern. Im Vordergrund der Vermarktung stand nicht die Gewinnung eines Käufers, der sich durch spezifische Nutzungskonzepte qualifiziert, sondern überhaupt eines Käufers, der bereit war, die Sanierungs- und Bewirtschaftungslasten zu tragen. Bei der Vermarktung auf der Basis von Nutzungskonzepten hätte die LEG nach ihrer Markteinschätzung keinen positiven Kaufpreis erzielen können bzw. hätte die Liegenschaft auch über eine Auktion nicht veräußern können. Die Bieterauswahl ergibt sich aus dem Auktionsverfahren.
Vorstehendes gilt ebenso bei der Einlieferung von landeseigenen Liegenschaften in eine Grundstücksauktion.
Zu 6.: Im Auktionsexposé ist auf die Denkmaleigenschaft von Schloss Crossen besonders hingewiesen worden. Die zuständige Denkmalschutzbehörde kann zur künftigen Nutzung, Sanierung und Unterhaltung bei Bedarf entsprechende Maßnahmen fordern (§ 6 ff.Thüringer Denkmalschutzgesetz [ThürDSchG]). Der Gemeinde steht ein öffentlich-rechtliches Vorkaufsrecht zu (§ 30 ThürDSchG). Individuelle darüber hinausgehende vertragliche Regelungen hätten nach Markteinschätzung der LEG die Veräußerung im Wege einer Auktion von vornherein ausgeschlossen.Gleiches gilt bei der Einlieferung von landeseigenen denkmalgeschützten Liegenschaften in eine Grundstücksauktion.
Zu 7.: Der Käufer ist gemäß § 10 ThürDSchG dazu verpflichtet, den öffentlichen Zutritt im Rahmen des Zumutbaren zu gewähren. Weitergehende Auflagen für den Käufer bestehen nicht. Auch in der Vergangenheit bestand - über die Regelungen des § 10 ThürDSchG hinaus - kein öffentlicher Zugang zum Schloss.
Zu 8.: Der Landesregierung sind Erwerbsabsichten der Gemeinde Crossen oder von Dritten nicht bekannt.

In Vertretung Dr. Spaeth Staatssekretär

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